Ein altes, aber heute noch sehr lebendiges Instrument, welches mit seinen Klängen in die traumhaft phantastische Welt der alten chinesischen
Kultur führt. Im alten China gab es viele Gedichte, welche die Guzheng beschreiben, z.B. von Li Schang Yin, Li-Tai-Po (702-763), Bai Juyi (772-846)
Die Guzheng ist eine chinesische Wölbbrettzither. Das Instrument verfügt über viele fantastische Klangfarben - von zärtlich bis kräftig. Die
normale heutige Zheng ist aus einem bauchigen Resonanzbrett aus Wutongholz gefertigt, und wird mit 21 Saiten bespannt. Auf dem Resonanzboden gibt es 21 Stege,
sie werden ''Yan-Zhu'' (die Reihe der Wildgänse) genannt oder ''Yan-zu''(Fuß der Wildgans).Jede Saite wird durch den Holzsteg in 2 Teile geteilt. Die Stege
sind nicht fest installiert, sondern werden aufgesetzt und können verschoben werden. Durch sie kann man das Instrument in verschiedenen Tonarten stimmen.
In der alten Zeit und noch heute wird sie hauptsächlich pentatonisch gestimmt, aber in alten Texten lassen sich auch andere Stimmungen finden.
Die Zheng wird folgendermaßen gespielt: An jedem Finger der rechten Hand (außer dem kleinen Finger) wird ein Plektrum aus Naturmaterialien befestigt. Der rechte Teil des Instrumentes wird von der rechten Hand gezupft und der linke Teil wird zur Tonhöhenveränderung gedrückt . So kann man verschiedene Stile und Tonhöhen spielen.
In früheren Zeiten wurde oft nur mit der rechten Hand gezupft, aber heutzutage wird wegen der spieltechnischen Veränderungen auch mit der linken Hand sehr
viel gezupft. Und wie bei den westlichen Instrumenten Harfe, Klavier etc. werden heute noch sehr viele neue Techniken erfunden oder von anderen Instrumenten
übergetragen. Man kann es auch, wie beim Cello oder der Violine mit Bögen streichen, den Rhythmus auf den Saiten mit der ganzen Hand schlagen. Auf den
Resonanzboden klopfen und schlagen sind zusätzliche Effekte. In früher Zeit haben die Weisen des Volkes eine kleinere und kürzere Zheng erfunden, die auf den
Knien gespielt wurde - "Ja Zheng". Sie ist heute im Xi'an Tang Yüe Gong Opernhaus zu finden.
Geschichte
"Gu" bedeutet "Alt" und Zheng heißt dieses Instrument. Es gibt auch Qin Zheng - weil es ein sehr bekannter Stil ist (Qin Dynastie) - das auch
heute noch gespielt wird. Die älteste Zheng, die gefunden wurde, ist aus dieser Dynastie und von diesem Ort Qin, der alten Kaiserstadt (heute Shannxi, Xi'an).
Es gibt aber noch andere Erklärungen für den Begriff: Beim Anschlagen der Saite entsteht ein charakteristisches, helles Klicken (= "zheng"). Dieses Wort
bedeutet im Chinesischen auch "Streit um die Macht". Der Sage nach gab es in der Qin-Dynastie einen Meister, der eine große Wölbbrettzither (doppelte Größe
der Zheng) namens "Se" spielte.

Seine beiden Kinder stritten sich darum auf dem Instrument spielen zu dürfen. Deshalb teilte er es in zwei Teile. So war die
heutige Zheng geboren.
Die Archäologen und Musikwissenschaftler finden häufig uralte Instrumente aus verschiedenen Provinzen in China. Die verschiedenen Sorten und verschiedenen
Formen von Zheng-ähnlichen Instrumenten stammen aus unterschiedlichen Dynastien. Die frühsten Dokumentationen beweisen, dass die Zheng schon in der frühen
Zeit Chunqiu - Die Frühlings- und Herbstperiode (770-475 v.Chr.) und Zhanguo - Die Streitenden Reiche (475-221 v.u.Z.) populär war. Sie war also schon vor dem
Anfang des zentralistischen Reichs Qin (221-206 v.u.Z) sehr beliebt.

Seine beiden Kinder stritten sich darum auf dem Instrument spielen zu dürfen. Deshalb teilte er es in zwei Teile. So war die
heutige Zheng geboren.
Das Instrument wurde immer weiter verändert. Die Archäologen fanden die ältesten Guzhengs mit 12 bis 16 Saiten. Heutzutage gibt es Ausführungen mit bis zu 25
Saiten. Auch die Beschaffenheit der Saiten hat sich mit der Zeit verändert. Zu Anfang waren sie noch aus Schafsdärmen gefertigt und relativ dünn. Später
wurden die Seiten aus Metall und Nylon gefertigt. Das Material, aus dem die Zheng besteht, ist nicht nur Wutong Holz, sondern auch schwarzes Holz und rotes
Holz. Natürlich gibt es zu den unterschiedlichen Stilen auch verschiedene Dekorationen. Meistens sind die Dekorationen von Hand gefertigt.
Zheng-Musik wird häufig in der Volksmusik gefunden, aber es gibt auch systematisch streng gebaute Kaiserhofmusikhäuser, in denen eine feinere und
philosophisch fundiertere Art der Zhengmusik gespielt wird und in denen strenge Regeln die Reihe von sitzenden und stehenden Spielern bestimmen. In früher
Zeit wurde die Zheng oft als Begleitinstrument gespielt, heute wird sie sehr oft als Soloinstrument verwendet. Beispiele dafür sind Gao shan liu shui ("Wasser
fließt vom hohen Berg") Han ya xi shui, Jue er gao, Yü Zhou Chang Wan ("Das Fischer Lied"), Xue shan chun xiao ("Frühling in Tibet"), Nü er guo
("Frauenland")...
Die bunte Zither:
Warum sind auf der bunten Zither
Der Saiten fünf mal zehn? Du fragst vergebens,
Und denkst bei jeder Saite,
bei jedem Steg an ein Jahr deines Lebens.
Verwirrt von einem Schmetterling
ward einst im Traume Meister Dschuang,
verwandelt in den Kuckuck, ruft
das Frühlingsherz des Kaisers Wang.
Tränen werden zu Perlen
Bei Vollmond in des Meeres Wilde.
Bei Tag im Indigogefilde.
Dies unser Fühlen müsste bleiben,
sich ründend in Erinnerungen -
Allein, im gleichen Augenblick
Ists vag verklungen.